In memory of Eugeniu Botnari and Kurt Schneider – Anti-fascist commemoration in Lichtenberg

An antifascist neighborhood needs an antifascist culture of remembrance. That is what we are demonstrating for. We want to remember the victims of right-wing violence in Lichtenberg. Eugeniu Botnari and Kurt Schneider are two people we remember as representatives of unknown victims of right-wing violence. Unfortunately, their names are also unknown to many people in the neighborhood. We have to change that. We are committed to making their fates visible in the district. We demand places of remembrance that show the deadly consequences of right-wing ideas every day. Let’s fight together for these places and a neighborhood in solidarity.

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Im Gedenken an Eugeniu Botnari und Kurt Schneider – Antifaschistisches Gedenken in Lichtenberg

Ein antifaschistischer Kiez braucht eine antifaschistische Gedenkkultur. Dafür demonstrieren wir. Wir wollen den Opfern rechter Gewalt in Lichtenberg gedenken. Eugeniu Botnari und Kurt Schneider sind zwei Menschen, an die wir stellvertretend auch für unbekannte Opfer rechter Gewalt erinnern. Leider sind auch ihre Namen vielen Menschen im Kiez unbekannt. Das müssen wir ändern. Wir setzen uns dafür ein, ihre Schicksale im Stadtteil sichtbar zu machen. Wir fordern Orte der Erinnerung, die jeden Tag die tödlichen Folgen rechten Gedankenguts aufzeigen. Lasst uns zusammen für diese Orte und einen solidarischen Kiez kämpfen.

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Widerstandskämpferinnen in Lichtenberg

Mobibild für den Kiezspaziergang

Der antifaschistische Widerstand in Lichtenberg wäre ohne den Einsatz zahlreicher Frauen unmöglich gewesen. Sie boten dem Faschismus mutig die Stirn. Oft werden sie beim Gedenken in den Hintergrund gedrängt. Wir wollen am 07.08 ab 15 Uhr an sie und ihre Taten erinnern.

Gemeinsam mit Genoss*innen der VVN-BdA Lichtenberg laden wir, die Antifaschistische Vernetzung Lichtenberg (AVL), euch zum Kiezspaziergang durch den Lichtenberger Kaskelkiez ein, der am Platz der Roten Kapelle (Schulze-Boysen-Straße 12) startet.

Disclaimer: Die binäre Geschlechterdarstellung ist Folge der Geschichtsschreibung. Auch queere Antifaschist*innen dürfen nicht in Vergessenheit geraten, uns sind im Kontext unseres Stadtteils nur bislang keine Vertreter*innen bekannt

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Female Resistance Lichtenberg

Mobibild für den Kiezspaziergang

The anti-fascist resistance in Lichtenberg would have been impossible without the commitment of numerous women. They courageously stood up to fascism. Often they are pushed into the background during the commemoration. We want to remember them and their deeds on 07.08 from 15 clock.

Together with comrades of the VVN-BdA Lichtenberg, we, the Antifascist Network Lichtenberg (AVL), invite you to the neighborhood walk through the Lichtenberger Kaskelkiez, which starts at the place of the Red Chapel (Schulze-Boysen-Straße 12).

Disclaimer: The binary gender representation is a consequence of historiography. Also queer antifascists must not be forgotten, we are just not aware of any representatives in the context of our district.

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Speech after the desecration of the memorial stone for the Jewish community Hohenschönhausen (18.05.2021)

Photo: Robert Klages (@Klagesspiegel)

10 days ago we celebrated the 76th anniversary of the liberation from German fascism. This historic day in Lichtenberg was overshadowed this year by a march of so-called „Querdenker“ who marched through our neighborhoods a few days earlier, spreading partly anti-Semitic conspiracy narratives. And now, a few days later, we have to look at a desecrated Jewish memorial. This shows very concretely how socially acceptable anti-Semitic hatred seems to have become, but also that it has never gone away and that anti-fascist work was, is and remains necessary at all times.

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Redebeitrag nach der Schändung des Gedenksteins für die jüdische Gemeinde Hohenschönhausen (18.05.2021)

Foto: Robert Klages (@Klagesspiegel)

Vor 10 Tagen noch haben wir den 76. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus gefeiert. Überschattet wurde dieser historische Tag in Lichtenberg dieses Jahr von einem Aufmarsch sogenannter “Querdenker*innen”, die wenige Tage zuvor durch unsere Kieze zogen und teils antisemitische Verschwörungserzählungen verbreiteten. Und jetzt, wenige Tage später, müssen wir auf ein geschändetes jüdisches Mahnmal blicken. Das zeigt doch sehr konkret wie gesellschaftsfähig antisemitischer Hass geworden zu sein scheint, aber auch, dass dieser nie weg war und dass antifaschistische Arbeit zu jedem Zeitpunkt notwendig war, ist und bleibt.

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Rally after desecration of the memorial stone of the Jewish community Hohenschönhausen

On the morning of May 17, 2021, it became known that the memorial stone in memory of the synagogue at Konrad-Wolf-Strasse 91 had been extensively damaged with green paint.
In recent days, there has been damage to buildings of Jewish life and memorial stones nationwide in response to the current conflicts in the Middle East. Therefore, an anti-Semitic act is likely in this context.
Since April 19, 2000, a memorial stone in Konrad-Wolf-Strasse has commemorated the synagogue of the „Hohenschönhausen Jewish Community“, which was an expression of Jewish life there from 1935 to 1938. The Hohenschönhausen Jewish community initially held its services in apartments until December 1934, when the first floor of a courtyard building at what was then Berliner Straße 91 could be used as a prayer and community room. The prayer room was inaugurated on December 22, 1934. After the November pogroms of 1938, the congregation had to cease its activities.
We want to set a clear sign against anti-Semitism. With a rally we want to condemn this desecration of the memorial stone.

Against all anti-Semitism!

Rally – Tuesday, 18th May 5 p.m. – Memorial Stone at Konrad-Wolf-Strasse 91, 13055 Berlin

Please note the hygiene requirements regarding Corona. Solidarity through the crisis.

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Kundgebung nach Schändung des Gedenksteins der jüdischen Gemeinschaft Hohenschönhausen

Am Morgen des 17. Mai 2021 wurde bekannt, dass der Gedenkstein in Erinnerung an die Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße 91 großflächig mit grüner Farbe beschädigt wurde.
In den letzten Tagen kam es bundesweit zu Beschädigungen an Gebäuden jüdischen Lebens und Gedenksteinen als Reaktion auf die aktuellen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Deshalb ist eine antisemitische Tat in diesem Kontext wahrscheinlich.
Seit dem 19. April 2000 erinnert in der Konrad-Wolf-Straße ein Gedenkstein an die Synagoge der „Jüdischen Gemeinschaft Hohenschönhausen“, die dort von 1935 bis 1938 Ausdruck jüdischen Lebens war. Die Hohenschönhausener jüdische Gemeinde hielt ihre Gottesdienste anfangs in Wohnungen ab, bis ab Dezember 1934 der erste Stock eines Hofgebäudes der damaligen Berliner Straße 91 als Bet- und Gemeinschaftsraum genutzt werden konnte. Der Betraum wurde am 22. Dezember 1934 eingeweiht. Nach den Novemberpogromen von 1938 musste die Gemeinde ihre Tätigkeit einstellen.
Wir wollen ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Mit einer Kundgebung wollen wir diese Schändung des Gedenksteins verurteilen.
 
Gegen jeden Antisemitismus!
 
Kundgebung – Dienstag, 18.05. 17.00 Uhr – Gedenkstein in der Konrad-Wolf-Straße 91, 13055 Berlin
 
Bitte beachtet die Hygieneauflagen bezüglich Corona. Solidarisch durch die Krise.
 
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Ergänzende Gedanken zum Interview in der jungleworld vom 11.02.2021

Interview: https://jungle.world/artikel/2021/06/die-situation-war-erdrueckend

Leider war der Umfang für das Interview recht klein gesteckt und so haben es einige Punkte, die uns wichtig waren, nicht in den Artikel geschafft. Wir versuchen an dieser Stelle diesen Gedanken Raum zu geben.
Zudem wollen wir betonen, dass das fehlende Gendern auf die Vorgaben der jungleworld zurückzuführen ist und so nicht von uns formuliert wurde.

Strategie & Inkompetenz hinter der Räumung

Es ist unserer Meinung in der Gentrifizierung der Rummelsburger Bucht durchaus ein Muster zu erkennen. Es wird systematisch versucht Besetzer:innen loszuwerden und der Bezirk ist bemüht, die damit verbundenen Imageschäden zu umgehen, indem er seinen Anteil an den Maßnahmen verschweigt oder beschönigt. Das konnte schon bei der kalten Räumung des SabotGarden vor einiger Zeit beobachtet werden. Damals wurden die Bewohner:innen von Securities so lange schikaniert, bis diese letztendlich von allein gingen. Es wurde mit Scheinwerfern 24/7 auf die Zelte geleuchtet, sie wurden eingezäunt, Secus machten Einlasskontrollen, wiesen Menschen grundlos ab oder patrolierten mitten in der Nacht quer durch die Zelte. Alles in Auftrag gegeben durch den Bezirk, wie sich später herausstellte.

So wurde der katastrophale Zustand des Camps, welcher durch die Verantwortlichen mehrmals hervorgehoben wurde, lange Zeit bewusst in Kauf genommen. Es wurden frühere Hilfsangebote, nach und nach mit der Begründung gestrichen, dass die Bucht für wohnunglose Menschen nicht zu attraktiv werden solle. Uns wurde von abgebauten Sanitäranlagen und abgezogener Kältehilfe erzählt. Es wurde versucht, es den Bewohner:innen stetig ungemütlicher zu machen.

Hinzu kommt, wie miserabel die Zwangsräumung durchgeführt wurde. Selbst wenn mensch dem Bezirk die guten Absichten glauben wollte, entschuldigt das nicht, dass das Camp, in dem eine große Zahl von Menschen kein oder wenig deutsch spricht, ohne Dolmetscher:innen betreten wurde. Wie sollten die Leute eigentlich auf euer ‚tolles‘ Angebot reagieren, wenn sie gar nicht wussten, was ihr außer einem Rausschmiss vorhabt? Ist es verwunderlich, dass kaum jemensch in die Busse vor der Tür stieg, wenn überhaupt nicht klar war, wohin diese überhaupt fuhren?

Starke Resonanz und Beteiligung

Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass viele Stimmen die öffentlichen Statements zur Räumung kritisch hinterfragt haben und auf viel Resonanz gestoßen sind. Mehrere hundert Menschen haben es sich über den Tag hinweg trotz des eisigen Wetters nicht nehmen lassen, ihrer Solidarität mit den Betroffenen auf unterschiedliche Weise Ausdruck zu verleihen. Außerdem reißt die Solidarität nicht ab: am Mittwoch demonstrierten hunderte Menschen mit den Betroffenen vor dem roten Rathaus, am Freitag fährt die Berliner Obdachlosenhilfe zur Essensausgabe an die Bucht. Danke an die Organisator:innen sowie die anwesenden Pressevertreter:innen, die nach wie vor das Ausmaß dieser Sauerei dokumentieren und kritisch begleiten. Vielen Dank auch an die mutigen Menschen, die kurzerhand einen Bagger besetzten, um die Zerstörung des Camps zu verhindern. Falls ihr im Zusammenhang mit diesen Aktionen mit Repression konfrontiert werdet, zögert nicht euch bei uns zu melden!

Vorwürfe der Instrumentalisierung

Wie bereits im Interview erwähnt, halten wir solche Vorwürfe grundsätzlich für eine bewusste Diskursverschiebung, um Kritik an der Räumung zu ersticken. Dadurch soll erreicht werden, dass allen Demonstrierenden die Betroffenheit durch die Räumung abgesprochen wird. Ehemalige Bewoher:innen, welche ebenfalls bei den Protesten zu Wort kommen, werden so unsichtbar gemacht. Dabei ist offensichtlich, dass insbesondere Gruppen laut werden, die eng mit den Menschen aus dem Camp gelebt oder gar dort gewohnt haben. Vertreter:innen von trans*sexwork, die Selbstvertretung Wohnungsloser, Bewohner:innen des Wagenkollektivs Mollies, die DieselA und Rettungssanitäter:innen, welche auf dem Gelände aktiv waren, kritisieren allesamt diese Räumung. Außerdem wird den Bewohner:innen des Camps abgesprochen, selbst einen politischen Standpunkt zur Gentrifizierung ihrer Stadt zu haben und diesen auf diese Weise auszuleben.

Dem Bezirk wäre es wohl recht, wenn nur über die Betroffenen gesprochen wird, aber nicht mit ihnen. Dann so wäre es einfacher Kritik auf die versuchte Weise vom Tisch zu wischen. Vermutlich wurden aus diesem Grund auch der Kontakt von Journalist:innen mit den Menschen unterbunden, welche sich am Tag nach der Räumung in der Traglufthalle befunden haben. Das das dieses mal nicht funktionieren wird, davon sind wir überzeugt. Und, dass diese Tatsache die Verantwortlichen verängstigt, sehen wir auch schön an der Reaktion. Es werden falsche Aussagen getätigt, zurückgerudert, die Räumung geleugnet und die Verantwortlichkeit bei anderen gesucht. Denn es ist Wahljahr.

Additional thoughts to the interview in jungleworld from 11.02.2021

Interview: https://jungle.world/artikel/2021/06/die-situation-war-erdrueckend

Unfortunately, the length of the interview was quite limited, so some points that were important to us did not make it into the article. We try to give space to these thoughts at this point.
In addition, we want to emphasize that the lack of gendering is due to jungleworld’s guidelines and was not formulated by us this way.

Strategy & incompetence behind the eviction

In our opinion, there is a pattern to the gentrification of Rummelsburger Bucht. There is a systematic attempt to get rid of squatters while the district tries to avoid the associated damage to its image by concealing or sugar-coating its part in the measures. This could already be observed during the cold eviction of SabotGarden some time ago. At that time, the residents were harassed by security guards until they finally left on their own. There were spotlights shining on the tents 24/7, they were fenced in, security guards made entry checks, turned people away for no reason or patrolled the tents in the middle of the night. All commissioned by the district, as it turned out later.

Thus the catastrophic condition of the camp, which was emphasized by the responsible officials several times, was knowingly accepted for a long time. Former offers of help were gradually canceled on the grounds that the bay should not become too attractive for homeless people. We were told about removed sanitary facilities and withdrawn cold aid. They tried to make it more and more uncomfortable for the residents.

In addition, the eviction was carried out in a miserable manner. Even if one wanted to believe the good intentions of the district, this does not excuse the fact that the camp, in which a large number of people speak little or no German, was entered without translators. How were people supposed to react to your ‚great‘ offer if they didn’t even know what you were up to besides kicking them out? Is it surprising that hardly anyone got on the buses in front of the door when it was not at all clear where they were going?

Strong response and participation

We were very pleased that many voices critically questioned the public statements about the eviction and met with a lot of response. Several hundred people throughout the day took the opportunity to express their solidarity with those affected in various ways, despite the icy weather. Moreover, the solidarity does not stop: on Wednesday, hundreds of people demonstrated with the affected people in front of the red city hall, and on Friday, the Berlin Homeless Assistance drives to the food distribution at the bay. Thanks to the organizers and the press representatives present, who continue to document and critically accompany the extent of this mess. Special thanks also to the courageous people who spontaneously occupied an excavator in order to prevent the destruction of the camp. If you are confronted with repression in connection with these actions, do not hesitate to contact us!

Accusations of instrumentalization

As already mentioned in the interview, we consider such accusations basically a deliberate shift of discourse in order to suppress criticism of the eviction. The aim is to claim that all demonstrators are not affected by the eviction. Former residents, who also have their say in the protests, are thus made invisible. It is obvious that especially groups that lived closely with the people from the camp or even lived there are speaking up. Representatives of trans*sexwork, the self-representation of homeless people, residents of the wagon collective Mollies, the DieselA and paramedics, who were active on the site, all criticize this eviction. In addition, the residents of the camp are denied to have a political standpoint on the gentrification of their city and to live it out in this way.

The district would probably be happy if people only talked about those affected, but not with them. It would be easier to wipe criticism off the table in that way. Probably for this reason the contact of journalists with the people who were in the airdome the day after the eviction was prevented. We are convinced that this will not work this time. This fact frightens those who are responsible, as we can see from their reaction. False statements are made, rowed back, the eviction denied and the responsibility sought in others. Because it is an election year.