Aufruf: 10 Jahre nach dem Mord an Eugeniu Botnari – Erinnern heißt Kämpfen!

Antifaschistische Demonstration und stilles Gedenken – gegen Sozialdarwinismus und Rassismus

Demo: 17.9.2026 – 17.30 Uhr – U Lichtenberg (Ausgang Siegfriedstraße)
Gedenken: 20.09.2026 – 14.00 Uhr – Eugeniu-Botnari-Platz (S-Lichtenberg)

Eugeniu Botnari: ein Todesopfer rechter Gewalt
Vor zehn Jahren starb Eugeniu Botnari. Er wurde aus sozialdarwinistischen und rassistischen Motiven getötet.
Eugeniu Botnari war 2015 aus Moldawien nach Deutschland gekommen. In Berlin verfügte er über keinen festen Wohnsitz und kam des Öfteren bei Freundinnen und Verwandten unter. Seine Ehefrau blieb in Moldawien. Am 17. September 2016 bezichtigte der Leiter der Edeka-Filiale im Bahnhof Lichtenberg ihn zunächst des Diebstahls und fügte ihm schließlich im Getränkelager des Supermarktes mit Quarzhandschuhen so schwere Verletzungen zu, dass Eugeniu Botnari eine Hirnblutung erlitt. Während sich der Täter mit Videoaufnahmen der Misshandlung vor seinen Mitarbeiterinnen brüstete, ging Eugeniu Botnari zunächst aus Angst vor den Behandlungskosten nicht zum Arzt. Drei Tage später, am 20. September 2016, verstarb er an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas.

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Vortrag: »Wenn es das Schlaraffenland wirklich gäbe, es wäre unser Volk nicht glücklich darin.« – Anmerkungen zur „deutschen Arbeit“

Wann: Montag,  14. September, 19:00 Uhr 
Wo: Remise – Madgalenenstraße 19 

Im Vortrag wird die Geschichte des ideologems „deutsche Arbeit“ nachgezeichnet, demzufolge die Deutschen eine besondere, vorbildliche Beziehung zur Arbeit haben – was sie vermeintlich von vor allem jüdischen Menschen unterscheidet: Antisemitismus und Arbeitsmoral greifen also ineinander über. Die Nationalsozialisten übersetzten diese Vorstellung in die Verachtung, Verfolgung und Vernichtung arbeitsloser und armer Menschen. 

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Blaues Auge für Deutschland?!

AVL-Vortrag zu Neonazis im Kampfsport

Das Share-Pic zum Vortrag. Ort, Zeit und  Titel.
Als Bild: Nazis um einen leeren Boxring.

Die Antifaschistische Vernetzung Lichtenberg (AVL) informiert am 24. Februar um 19:30 Uhr in der Türrschmidtstraße 1 in einem Vortrag über Nazis im Kampfsport und auf Kampfsportevents.
Oft martialische Darstellungen und ein Fokus auf persönliche Stärke machen Kampfsport zu einer geeigneten Brücke zwischen patriarchalen und neonazistischen Ideologien.
Durch Selbstoptimierungswahn und Streben nach Fitness eignet sich der populärer werdende Kampfsport gut für Agitation und Politisierung insbesondere jugendlicher Menschen durch Nazis.
Kampfsportevents bieten weiterhin eine Gelegenheit für die extreme Rechte, in einem scheinbar unpolitischen Rahmen zu netzwerken.
Wir werfen in unserem Vortrag einen Blick auf die derzeitige Rolle von Nazis im Kampfsport im Allgemeinen und im Konkreten auf Events. Solche Events können zur Bildung und zum Ausbau von Netzwerken und zur Anbindung an die bürgerlichere Gesellschaft genutzt werden.

Wir wollen die Gelegenheit außerdem nutzen, um zu einer Demostration in Halle zu mobilisieren.
Am 7. März, dem Vorabend des feministischen Kampftags, wird in Halle gegen die erste selbstorganisierte Fight Night des rechten Gladiator Gyms demonstriert.
Hier sammeln sich rechte und männerbündische Personen und Gruppen. Das Event dient zum Prestige, als Ort der Vernetzung und vor allem als Finanzierungsmöglichkeit für rechte Netzwerke.

In dem Mobi-Teil unserer Veranstaltung wird es Infos zu der Aktion, Demo und Anreise geben.
Gladiator Fight Academy? Den Daumen runter!

Weitere Links

https://dendaumenrunter.noblogs.org/
https://periskop.noblogs.org/post/2025/01/16/neue-anlaufstelle-fuer-neonazi-hooligans-die-eroeffnung-der-gladiator-fight-academy-in-halle-saale

AVL-Tresen – Vortrag: Jungfaschos in und um Berlin – Entstehung, Entwicklung und aktueller Stand

Für den 29. November haben diverse Neonazigruppierungen zu einer Demonstration durch Berlin Mitte aufgerufen. Bisher wird diese Demo insbesondere mobilisiert durch die Gruppierung „Deutsche Jugend voran“, doch auch die (eigentlich bereits in der Versenkung verschwundene) Partei „die Heimat“ sowie andere Faschojugendgruppen mischen da offensichtlich mit.

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AVL-Tresen – Vortrag: Nazis in Berlin 1990-2025 – Ein Ritt durch die Geschichte der Neonaziszene in der Stadt

Welche Verbindungen hatte der NSU nach Berlin? Wie wurde ein Strausberger Querfront-Nazi Berliner NPD-Vorsitzender? Warum prügelten sich Berliner Neonazis wegen „nur 8“-Schriftzügen? War der Angriff am Ostkreuz der erste dieser Art? Warum sind Neonazis in Berlin gerade so (ir)relevant? Und was hat das alles mit der Antifa zu tun?

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AVL-Tresen – Vortrag: Vom III. Weg zur DJV und JS: altbekannte Neonazis und erfolgreiche rechte Jugendarbeit in (Ost)deutschland

Im Laufe des letzten Jahres tauchten überall in Deutschland neue Gruppen von jungen Neonazis auf. Sie störten zu Hunderten CSDs in Deutschland und gerieten mit Angriffen auf bürgerliche Politiker*innen in die deutschen Medien. Im selben Jahr griff eine Gruppe von 15 bis 20 Neonazis eine Anreise zu einer antifaschistischen Demonstration am Berliner Ostkreuz an. Die Angreifer waren Mitglieder der Jugendgruppe „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ), der Jugendorganisation der Neonazipartei „Der III. Weg“.

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Bezirksamt Lichtenberg weiht Eugeniu-Botnari-Platz ein – jahrelange Kämpfe der Zivilgesellschaft zahlen sich endlich aus

Pressemitteilung vom 12.5.2025

Die Gedenkinitiative „Aktives Gedenken in Lichtenberg“ freut sich, dass am 19. Mai. 2025, nach jahrelangen Kämpfen, der Eugeniu-Botnari-Platz endlich offiziell eingeweiht wird. Dem voraus gingen viele Diskussionen mit dem Bezirksamt und der BVV, um diese Umbenennung zu erreichen.

Eugeniu Botnari kam im Jahre 2015 aus Moldawien nach Berlin, um sich hier ein besseres Leben aufzubauen. Am 17. September 2016 wurde er vom damaligen Filialleiter des Edeka-Marktes im Bahnhof Lichtenberg des Diebstahls bezichtigt und daraufhin im hinteren Teil des Ladens von ihm mit Quarzsandhandschuhen zusammengeschlagen. Da Eugeniu Botnari zum damaligen Zeitpunkt nicht krankenversichert war, schlug er auch auf mehrmaligen Rat von Angehörigen und Freund*innen eine ärztliche Behandlung zunächst aus. Als er sich in den nächsten Tagen dann doch an die Rettungsstelle des Sana-Klinikums wandte, wurde er von dort aufgrund seiner schwerwiegenden Verletzungen sofort an das Unfallkrankenhaus Berlin überwiesen, wo am 20. September 2016 schließlich seinen Verletzungen erlag.

Dieser Fall ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie tödlich rassistische und sozialchauvinistische Abwertungen und Ausschlüsse sein können. Aus diesem Grund erinnert seit 2019 regelmäßig eine Gedenkinitiative an ihn und kämpft dafür, seinem Gedenken einen Platz im öffentlichen Raum zu schaffen. Eine Forderung dieser Gedenkinitiative ist dabei die Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes nach Eugeniu Botnari. Diese Forderung wurde 2020 erstmals öffentlich vorgetragen und 2021 von mehreren Parteien aufgegriffen und in Aussicht gestellt.

Dass es nun dennoch noch fast 4 weitere Jahre gedauert hat, bis die Umbenennung endlich vollzogen und eine Gedenktafel im Gedenken an Eugeniu Botnari aufgestellt wurde, ist ein Zeichen dafür, wie wenig sozialchauvinistische Gewalt in Lichtenberg und in unserer Gesellschaft generell benannt und diskutiert wird. Konnte zum Beginn des Ukrainekriegs ein Platz in Karlshorst innerhalb weniger Monate in „Odessaplatz“ umbenannt werden, wurde die Gedenkinitiative mit ihrem Anliegen immer wieder zwischen verschiedenen Kommissionen und Ämtern hin- und hergeschickt, wo die Umbenennung angeblich gerade diskutiert werden würde.

„Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Umbenennung des Platzes nun endlich vollzogen wird und Eugeniu Botnaris Andenken mit einer Steele bereits im Stadtbild verankert wurde. Wir hoffen, dass dieses Andenken den Verantwortlichen im Bezirk auch in Zukunft präsent ist und den Umgang mit Obdach- und Wohnungslosigkeit in unserem Kiez beeinflusst.“

meint dazu Berit von der Gedenkinitiative.

Während der Diskussionen um die Umbenennung des Platzes meldeten sich immer wieder Politiker*innen der FDP und AfD sowie andere Einwohner*innen aus Lichtenberg mit entwürdigenden Beiträgen im Tenor von „Warum sollten wir den Platz nach Eugeniu Botnari benennen? Das war doch nur irgendein Obdachloser?“ bis hin zu „Eugeniu Botnari war ein Ladendieb und hat bekommen was er verdient hat“. Auch wenn von einer neoliberalen und rassistischen Partei nichts anderes zu erwarten war, waren wir doch erschrocken darüber, wie wenig Achtung manche Politiker*innen und Lichtenberger Bürger*innen vor dem menschlichen Leben haben. Berit dazu:

„Sozialchauvinistische Abwertung ist tief in unserer neoliberalen und kapitalistischen Gesellschaft verankert! Während die Gehälter von Managern und Aufsichtsräten immer weiter steigen und die Reichen immer reicher werden, wird sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Sucht und Wohnungsnot mit Verdrängung und Gewalt begegnet. Dies ist menschenverachtend und nimmt den Tod betroffener Menschen wissentlich in Kauf.“

Kein Kiez der AfD – gegen den Rechtsruck in Europa!

Die sogenannte Alternative für Deutschland plant nach einem – für sie desaströsen – Europawahlkampf eine Abschlussveranstaltung am Freitag, 7. Juni 2024 in Lichtenberg (nähe U-Bhf. Tierpark, Heinrich-Dathe-Platz, 10319 Berlin).

Zeigen wir der antidemokratischen Trümmertruppe, dass es in unserem Kiez keinen Platz für sie gibt und sorgen für ein passend unangenehmes Ende ihres Wahlkampfs. Bringt eure Familien, Freund:innen und Kolleg:innen mit und beteiligt euch lautstark, bunt und kreativ!

Gegendemo: 07.06.2024 ab 17:30 Uhr, U-Bhf. Tierpark

Gemeinsame Anreise ab Lichtenberg Bhf.:
Wir sammeln uns ab 17:00 Uhr am Eugeniu-Botnari-Platz (Höhe DRK) und nehmen dann gemeinsam die U5 (Richtung Wuhletal).

Einen Tag vorher Kreativnachmittag zum Basteln von Protestmaterial: Donnerstag, 6.6., 18Uhr, Magdalenstraße 19.

Die AfD Lichtenberg zur Europawahl 2024

Am 09. Juni diesen Jahres wird das Europaparlament gewählt. Es ist der Auftakt für eine Reihe von Wahlen in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Thüringen und Sachsen, auf die bundesweit mit Sorge vor hohen Umfrageergebnissen der AfD geschaut wird. Die Umfragewerte auf Europaebene scheinen gut zu stehen für rechtspopulistische bis extrem Rechte Parteien in Europa: Ausgehend von derzeitigen Prognosen ist anzunehmen, dass beide Fraktionen des extrem rechten Spektrums, die EKR (Europäische Konservative und Reformer) und die ID Fraktion (Identität und Demokratie) an Stimmen zugewinnen.

In Lichtenberg sitzt die AfD seit geraumer Zeit in schwankender Fraktionsgröße in der Bezirksverordnetenversammlung und versucht sich als Kümmererpartei zu etablieren. In den letzten Jahren konnte das durch Druck der Zivilgesellschaft unterbunden werden, jedoch bröckelt die Brandmauer. Gemeinsame Abstimmungen mit CDU und BSW treten immer wieder auf, die Mitarbeiter*innen der Fraktionen verstehen sich bereits prächtig.Aus Berlin haben es zwei Kandidaten auf die Liste der AfD zur Europawahl geschafft, einer davon ist der ehemalige JA-Chef und stellvertretende Vorsitzende der Lichtenberger AfD David Eckert. Das Interesse für die Wahlkampfveranstaltungen des Bezirksverbandes fällt jedoch sehr spärlich aus: zum öffentlich beworbenen Format „Fraktion im Dialog“ mit Stargast Gottfried Curio am 06. Mai konnte kaum mehr als das eigene Wahlkampfteam mobilisiert werden.

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